Biber-Leitung: Frage 8

Erschienen am 17. Mai 2018 in Biber

Persephone Karipidou

Persephone Karipidou

Persephone Karipidou (Persy) ist beim Stamm Wikinger in Esslingen als Biber-Leiterin aktiv. Dort begeistert sie seit zehn Jahren Kinder ab 4 Jahren für das Pfadfinden. Außerdem ist Mitglieder in der AG Biber.

 

Frage 8: Habt ihr Rituale? Wenn ja, welche und wie sind sie entstanden?

Ja, denn Rituale geben Kinder im Biberalter Sicherheit und Struktur.

Der Begrüßungskreis und Abschlusskreis:

Wir singen den Refrain von „Flinke Hände, Flinke Füße“ und machen dazu Gesten. Bei uns im Stamm gibt es in allen Stufen immer einen Abschlusskreis. Für die Biber haben wir ihn durch einen Begrüßungskreiserweitert. Die Kinder können bei den Bibern in der Gruppe ankommen, die Eltern können gehen und es gibt dadurch einen definierten Rahmen für Anfang und Ende der Gruppenstunden. Das macht die Übergabe der Verantwortung für alle (Biber, Eltern, Leiterinnen und Leiter) sichtbar und eindeutig.
Beim Abschlusskreis kommt noch das „Gut Pfad!“ und der Bibergruß hinzu. Der Gruß ist ähnlich wie bei den Wölflingen, nur mit gestreckten Fingern (symbolisch für die Biberzähne).

Das „Piepen“:

Ein in unserem Stamm traditioneller Tischspruch vor dem Essen, bei dem sich alle an den Händen halten.

Der Leiterinnen- und Leiter-Ruf:

Wenn wir alle Biber bei der Leiterin oder dem Leiter sammeln wollen, rufen wir laut: „Alle Biber in den Biberbau!“ Dann kommen alle Biber zu der rufenden Leiterin oder dem rufenden Leiter gelaufen.

Der Biber-Ruf:

Das ist unser „Schlachtruf“. Er wird gebrüllt. Das dient der Übung (für Not-und Hilferufe), erzeugt ein gutes Gruppengefühl und macht Spaß:

Alle: „Biber, Biber 1-2-3! Biber, Biber voll dabei! Biber, Biber 2-3-4! Biber, Biber das sind wir!“
Leiterin/Leiter: „Benja“ (dabei wird Benja, unser Maskottchen, hoch in die Luft geworfen)
Biber: „Biber“
Leiterin/Leiter: „Benja“ (Benja wird wieder hoch in die Luft geworfen)
Biber: „Biber“
Leiterin/Leiter: „Yeeaar, Ihr seid spitze!“
Den Leiterin- und Leiter-Ruf und den Biber-Ruf haben wir uns von einer Bibergruppe in Österreich abgeschaut und angepasst.

Biber-Gelöbnis:

„Ich verspreche, ein fleißiger Biber zu sein, die Natur zu schützen und anderen zu helfen.“

Biber-Motto:

Biber helfen einander und Biber teilen.

Die Biber-Sperre:

Vor allem die älteren Biber rennen manchmal gerne voraus. Unsere Biber dürfen so weit vorauslaufen, wie sie uns noch sehen können. Wenn wir an eine Straße kommen, stellen sich die Biber breitbeinig am Gehweg auf und sperren dadurch den Zugang zur Straße (damit die jüngeren Frischlinge nicht auf die Straße laufen). Sie warten bis alle anderen (einschließlich Leiterin oder Leiter) da sind und sich einreihen.
Dann fragt eine Leiterin oder Leiter: „Wir schauen nach links – kommt da ein Auto?“
Die Biber antworten!
Leiterin/Leiter: „Wir schauen nach rechts – kommt da ein Auto?“
Die Biber antworten!
Leiterin/Leiter: „Wir schauen wieder nach links – kommt da ein Auto?“
Die Biber antworten!

Erst wenn alle drei Fragen mit „Ja“ beantwortet wurden, gibt die Leiterin oder der Leiter das Kommando: „Alle Biber über die Straße!“ Erst dann dürfen die Biber die Straße überqueren. Dieses Ritual dient der Sicherheit und der Verkehrserziehung gleichermaßen.

Benja (Biber) tragen:

Wir haben auch ein Bibermaskottchen: Benja, ein Stoffbiber, ist immer mit dabei.
Jeder Biber trägt sie ein Stück mit auf dem Weg. Im Gegenzug ist Benja allzeit knuddelbereit, wenn einmal etwas weh tut oder Halt benötigt wird, um über den eigenen Schatten zu springen. Manchmal erwacht Benja auch zum „Leben“ und nimmt an unserer Gruppenstunde teil. Das geschieht zum Beispiel, wenn sich unsere Biber langsam an die Ersten Hilfe herantasten. Oder sie bringt alle mit ihren frechen Sprüchenzum Lachen.
Beim „Benja-Tragen“ teilen die Biber nicht nur das Stofftier und die Knuddelzeit mit ihr, sondern auch die Verantwortung für unseren Biber.
Beliebt ist auch „Benja-Fangen“: Wir beginnen das Spiel, indem wir Benja ein paar Mal zwischen uns Leiterinnen und Leiter hin- und herwerfen. Dann werfen wir Benja einem Biber zu, welcher mit Benja losrennt und die anderen hinterher. Dies ist eine gute Möglichkeit, Frischlinge und schüchterne Kinder in die Gruppe zu holen. Es kommt aber auch vor, dass unsere schlauen Biber sich aufteilen und sich an unsere Hände und Füße hängen. Dann müssen wir Benja vorzeitig abgeben.

Allzeit bereit: Benja Biber

 

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