Be prepared?!

Erschienen am 31. Oktober 2018 in Allgemeines

Christian Reimers

Christian Reimers

Christian Reimers verbringt als Freiwilliger der DPSG ein spannendes Jahr in Südafrika.

 

„Be prepared“ ist das Motto der Scouts in Südafrika, aber war ich bereit für den Freiwilligendienst?

Mittlerweile bin ich schon 2,5 Monate in Südafrika und am Anfang war ich nicht bereit für ein Jahr im  Ausland, ein Jahr alles neu. Dass dachte ich zumindest in meinen ersten Tagen, aber dann ging es erst richtig los.

Auf einmal leben in einer anderen Familie, neues Umfeld und neue Arbeit. Natürlich hatte ich Vorstellungen wie es sein würde, aber ich war nicht „prepared“ für das was kam.

Gordon Shield Competition

Und Bum, voll drin im Geschehen. Erstes Wochenende, erstes Camp, da war keine Zeit zum Eingewöhnen. Aus Deutschland kannte ich bisher keine Pfadfinder-Wettkämpfe, sodass ich sozusagen einfach ins kalte Wasser geschmissen wurde. In diesem Fall war es aber eher ein komplettes Eintauchen mitten rein ins Scouting in Südafrika. Patrol-System, Salutieren und Wettkampf unter den Scouts – das war alles sehr neu. Jedoch habe ich mich schneller als gedacht hier eingefunden. Direkt als Judge (Wettkampfrichter) einzusteigen, war genau das was ich wollte. Ich war nicht erst Gast oder Zuschauer, ich war von Beginn an Teil vom Ganzen. Und dafür war ich nicht „prepared“. Natürlich war es mein Wunsch, aber damit gerechnet habe ich trotzdem nicht. Ich war mir sicher, man könne nicht von Null auf Hundert einsteigen und dann Teil der Jury sein und eigene Stationen betreuen. Aber: Tada es geht sehr wohl.

PTLP „Paint the Lion Purple“

War ich bereit mal alle Touris in Kapstadt richtig auf zumischen? Ja, das schon eher. Der Oktober ist in Südarfika bei den Pfadfinderinnen und Pfadfindern der „Purple Month“. Dabei treffen sich jeden Donnerstag die Scouts der Region in ihren lila T-Shirts, um Lions Head zu besteigen. Auf dem Weg traf man immer wieder Leute, die die Frage stellten, wie: „Was seid ihr überhaupt?“ „Was macht ihr hier?“ Ein Event mit ungefähr 100 anderen Scouts, alle in der gleichen Farbe besteigen gemeinsam eine Berg, welcher eine große Touristen Attraktion ist. Das bleibt nicht ungesehen. Bei solchen Aktionen wird mir wirklich bewusst, dass Pfadfinden hier viel präsenter ist und gleichzeitig viel mehr gelebt wird. Auf den Muskelkater am nächsten Tag war ich jedoch nicht vorbereitet!

Centenary national Rover Moot Südafrika

Rover sein, na klar das war ich in Deutschland auch schon. Hier läuft das doch eine ganze Ecke anders. Während ich mit 18 Jahren in Deutschland im Durchschnittsalter der Stufe liege, bin ich hier einer der Jüngeren. Roverinnen und Rover in Südafrika sind zwischen 18 und 35 Jahren alt und bei ihnen steht ein ganz anderer Aspekt im Vordergrund. Ich will nicht sagen, dass sich deutsche Roverinnen und Rover nicht für gemeinnützige und wohltätige Sachen einsetzten und Dienst an der Gemeinschaft ausüben. In Südafrika stehen Roverinnen und Rover unter dem Motto „Do service“. Aus diesem Grund gab es auf dem Rover Moot einen Tag an dem wir uns genau mit diesem Thema befasst haben. Wir haben auf der einen Seite eine Schule renoviert, welche dieses Jahr ebenfalls ihr 100-jähriges Bestehen feiert, genauso wie die Roverstufe. Ebenfalls haben sich einige in einem Kinderheim engagiert, um mit den Kindern einige Stunden zu spielen und sie zu beschäftigen. Aber, der Spaß kam auf dem Rover Moot auf keinen Fall zu kurz. Unser Programm ging von einfachen Wasseraktivitäten über Luftgewährschießen, 4×4-ing  bis zum Bier-Tasting und Pizza machen.
Ich bin schon sehr darauf gespannt, wie es sein wird, als Rover aufgenommen zu werden. Aber bis dahin muss ich noch einige Voraussetzungen erfüllen, wie ebenfalls ein weiteres Community Projekt.

Leiterkurs mal ganz anders!

Als Teil meiner Arbeit in Südafrika besuche ich diverse Kurse und darunter fällt auch der „Scout Warrent“.  Am Anfang dachte ich, es wird ähnlich wie der Modulkurs bei uns. Der „Scout Warrent“ ist eine Zwischenstufe zwischen Modulkurs und dem Woodbadge, was mir erst später verraten wurde. An diesen drei Tagen wurden wir in die Situation eines „First Class Scout“ (Advancement- und Rangsystem der Scouts in Südafrika) versetzt. Wir sollten so ein Camp aus ihrer Perspektive erleben. Dazu kamen auch noch Theorie-Stunden. Aber ein Camp ist nicht nur Zelt aufbauen und fertig. Für ein Camp von „First Class Scouts“ gibt es bestimmte Voraussetzungen, z. B. eine gewisse Anzahl Lagerbauten in bestimmter Ausführung. Oder Hikes, die detailliert geloggt werden müssen und vieles mehr. Ganz zu schweigen von den 41 Grad auf dem Scout-Platz.

Mein Projekt

Aktuell arbeite ich an meinem eigenen Projekt, was mir super viel Spaß macht. Ich bin dabei, mein Community Projekt „Beach-Clean-Up“, zu organisieren und zu planen und am 17.11. auszuführen. Klein gestartet, läuft es aktuell auf ein regionales Event hinaus. Durch viel Unterstützung vom Office, aber auch von außerhalb, ist das alles so groß und gut geworden. Ich freue mich schon sehr, auf den Tag der Aktion und bin gespannt, wie es laufen wird. Dass ich mich in meinem Projekt so entfalten kann, mit Themen die mir am Herzen liegen, finde ich richtig gut! In dem Sinne #breakfreefromplastic.
Schau doch mal rein.
Hier möchte ich auch allen, die mich dabei unterstützen, DANKE sagen.

Für vieles dieser Sachen war ich nicht „prepared“, ABER ich bin so dankbar diese Erfahrungen gemacht zu haben. Um ehrlich zu sein, ist es anders als ich mir meinen Aufenthalt hier vorgestellt habe. Für mich läuft es besser als erwartet. Ich wurde sehr gut und vor allem schnell integriert.

In diesem Sinne Gut Pfad

Christian

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