#keinverblassen

Erschienen am 29. November 2018 in Allgemeines

Andreas Holzbeck

Andreas Holzbeck

Andreas Holzbeck ist Roverleiter in Darmstadt und setzt sich aktiv gegen die Drachen unserer Zeit ein.

 

Mit Gedenken an Shoah und die Novemberpogrome gegen die Drachen unserer Zeit. Damit so etwas nie wieder geschehe!

Auf Demos zeigen wir als Pfadfinderinnen und Pfadfinder immer öfter Flagge für eine offene und vielfältige Gesellschaft. Nicht nur weil uns das Pfadfindergesetz das „vorschreibt“, sondern weil wir hier in Deutschland auch mit unserer Geschichte ein Mahnmal haben, was passiert, wenn Menschen auf Grund ihrer Religion oder Herkunft abgewertet werden.

Und ja, wir schreiben bewusst Pfadfinderinnen und Pfadfinder und nicht einfach nur DPSGler*innen, denn unsere Erfahrung ist, dass wir auf Demos selten alleine waren. Bei einem lokalen Fest der Vielfalt hier in Darmstadt hat uns der vcp mit seiner Broschüre: „Auf die Plätze gegen Hetze“ unterstützt und beim Katholikentag waren wir sogar so viele aus verschiedenen Verbänden, dass wir im ZDF vorkamen.

Aber es muss nicht immer die Teilnahme an einer Demo sein, manchmal reichen auch die kleinen Aktionen, die sich in den Gruppenstunden umsetzten lassen. Und damit sind wir wieder zurück beim Thema Gedenken. Eine Form des Gedenkens hat der Künstler Gunter Demnig eingeführt, er verlegt sogenannte Stolpersteine. Das sind kleine Gedenktafeln, in denen jeweils ein Name sowie das Schicksal des NS-Opfers eingeprägt ist und die vor den ehemaligen Wohnhäusern verlegt werden. Mittlerweile gibt es über 70.000 von ihnen, sodass sich garantiert auch in eurer Stadt welche finden.

Seit einigen Jahren gibt es die Initiative #keinverblassen, die diese Stolpersteine ab und an poliert, damit diese wieder schön glänzen. Wir als Roverrunde nahmen den 80. Jahrestag der Reichsprogromnacht zum Anlass, um uns an der Polieraktion zu beteiligen. Mit Putzzubehör und einer Stolpersteinkarte ausgerüstet ging es für uns auf Gedenkspaziergang. Neben jedem geputzten Stolperstein stellten wir zudem ein Grablicht, um auch Passantinnen und Passanten aufmerksam zu machen. Als Belohnung gab es neben dem vereinzelten Dank vor allem das Wissen, das Gedenken aufrecht zu halten und dadurch ein Teil dazu beizutragen, dass sich so etwas in der Geschichte nicht mehr wiederholt.

Stolpersteine 4
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Also, vielleicht wäre das ja auch mal eine Aktion für euch. Wie einfach das putzen geht, könnt ihr euch im Video ansehen.

In den meisten Städten gibt es zudem Listen, wo die Stolpersteine liegen, manchmal sogar inklusive weiterer Infos zu den Personen, die nicht auf den Steinen vermerkt sind.

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