COP24 in Katowice – Worum geht`s?

Erschienen am 6. Dezember 2018 in Abenteuer Pfadfinden

Simon Weihofen

Simon Weihofen

Simon ist seit den Wölflingen Mitglied in der DPSG. Er war Gruppenkind und Leiter im Stamm Phoenix St. Anna Rheinberg und Mitglied des Rover-AKs im Bezirk Niederrhein-Süd. Seit 2013 ist Simon Mitglied im Bundesarbeitskreis Ökologie.

 

Was ihr über die COP wissen solltet

Einmal im Jahr kommen Staats- und Regierungschefinnen und -chefs aus der ganzen Welt zusammen, um Wege zur Bekämpfung des globalen Klimawandels zu finden. Falls du noch nichts über die Klimakonferenzen weißt, dann bietet dir dieser Blogartikel die wichtigsten Grundlagen.
Die wahrscheinlich bekannteste Klimakonferenz der jüngeren Geschichte fand 2015 in Paris statt. Dort haben sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im sogenannten Pariser Klimaabkommen auf ein ambitioniertes Ziel geeinigt. Sie möchten die globale Erderwärmung auf unter 2°C, bestenfalls unter 1,5°C begrenzen. Wir haben für euch bereits vor der Paris Klimakonferenz und nach der Klimakonferenz nach der Klimakonferenz Blogartikel geschrieben, die euch gute Zusammenfassungen bieten.
Nach der Klimakonferenz in Paris, fand die Klimakonferenz in 2016 in Marrakesch (COP22) und im letzten Jahr in Bonn (COP23) statt. Besonders im letzten Jahr waren wir Pfadfinderinnen und Pfadfinder vor Ort aktiv. Eine Übersicht über unsere Aktivitäten während der Klimakonferenz in Bonn kannst du auch nachlesen. Außerdem waren wir mit einer Beobachtungsdelegation live bei den Verhandlungen dabei. Auch den Podcast der Pfadfinderdelegation kannst du noch einmal anhören.

Die Klimakonferenz (COP24) ist in Katowice gestartet. Was passiert da genau?

Vom 2.12. bis zum 14.12. findet die Klimakonferenz (COP24) in Polen statt. Hierfür kommen Delegationen aus über 196 Ländern in Katowice zusammen. Doch was genau verhandeln sie dort?

Das Hauptziel ist, ein sogenanntes „Regelbuch“ zu verabschieden. Es wird oft auch als die „Bedienungsanleitung“ oder das „Kleingedruckte“ des Klimavertrags von Paris bezeichnet. Wie immer ist das Kleingedruckte besonders wichtig. Besonders wichtig wird das Kleingedruckte, wenn es zu Streitigkeiten kommt, was man bei 196 Vertragspartnerinnen und -partnern nicht ausschließen kann.

Während also 2015 in Paris das sogenannte 2°C-Ziel verabschiedet wurde, hat man in den darauffolgenden zwei Jahren in Marrakesch und Bonn darüber gestritten, wie genau man dieses Ziel überhaupt erreichen kann. In Katowice soll in diesem Jahr schließlich eine Einigung erzielt werden.

Was steht also drin im Kleingedruckten?

Klimaziele auf nationale Ebene

Wie kann man ein globales Ziel auf nationale Ebene übersetzen? In Paris entstand die Idee, dass jedes Land einen Beitrag zur Reduktion der Treibhausgase leisten muss. Diese Nationalen Klimaschutzbeiträge (auch National Determined Contributions, NDCs) genannt, geschehen auf freiwilliger Basis. Es gibt keine globale Klimaregierung, die bestimmt, welches Land wieviel Treibhausgase reduzieren muss, sondern jedes Land bestimmt selbst, wieviel es beitragen kann und möchte.

Ein Problem ist, dass bisher nicht alle Staaten ihre Klimaschutzbeiträge festgelegt haben. Außerdem reichen die bisher festgelegten 167 Klimaschutzbeiträge nicht aus, um das in Paris angestrebte Ziel von unter 2°C Klimaerwärmung zu erreichen.

Messung und Überprüfung auf internationaler Ebene

Ein anderes Spannungsfeld besteht darin, dass die Klimaschutzbeiträge auf nationaler Ebene festgelegt werden, Messung und Überprüfung jedoch auf internationaler Ebene stattfinden sollen. Um einen einheitlichen Standard zu gewährleisten, soll das zuständige Sekretariat der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen Messung und Überprüfung vornehmen.

Wie genau aber Treibhausgase definiert und gemessen werden, ist wichtig für einheitliches Berichtswesen. Alle Länder sollen nach dem gleichen Standard dokumentieren, damit die Emissionen der jeweiligen Länder auch vergleichbar sind. Solch ein einheitliches Berichtswesen gibt es momentan allerdings nur für Industrieländer. Entwicklungs- und Schwellenländer müssen dieses Berichtswesen erst noch aufbauen. Während Entwicklungsländer allerdings kaum Treibhausgasemissionen verursachen, sieht das in den Schwellenländern (wie bspw. Brasilien, China, Indien und Südamerika, die sog. BRICS-Staaten) schon anders aus. Daher ist es notwendig, dass diese Staaten schnell anfangen, ihre Emissionen zu messen und überprüfen zu lassen.

Es geht natürlich auch ums Geld

Klimawandel verursacht große Schäden in vielen vorrangig armen Ländern der Welt. Meistens durch Extremwetterereignisse wie Zyklone, Starkregen oder langanhaltende Dürren. Hierfür wurde bereits 2012 ein Geldtopf mit dem Namen Green Climate Fund gegründet, in den viele Staaten einzahlen. Die Frage wer wieviel Geld einzahlen muss, ist daran verknüpft, wer Verursacherin oder Verursacher des Klimawandels ist. Natürlich herrscht noch Uneinigkeit darüber, welches Land wofür genau Geld aus dem Topf bekommt. Außerdem gibt es eine Menge Staaten die Geld bekommen möchten, aber nicht in den Geldtopf einzahlen wollen.

Ihr seht, es sind also eher technische Fragen, die während der kommenden zwei Wochen in Katowice geklärt werden müssen. Nichtsdestotrotz ist diese Konferenz sehr wichtig, damit überhaupt die Hoffnung besteht, dass das ehrgeizige Ziel des Pariser Klimaabkommens überhaupt erreicht werden kann. Beobachterinnen und Beobachter gehen davon aus, dass China und Europa eine Vorreiterrolle während den Verhandlungen einnehmen könnten. Es bleibt also spannend zu verfolgen, ob sich die Weltgemeinschaft auf das Kleingedruckte einigen kann.

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