Winterferien im Hochsommer

Erschienen am 21. Januar 2019 in Abenteuer Pfadfinden

Jana Lorenz

Jana Lorenz

Jana Lorenz verbringt als Freiwillige der DPSG ein spannendes Jahr in Südafrika.

 

Obwohl, Winterferien sind es ja eigentlich nicht. Hier sind es die Sommerferien (irgendwie logisch, wenn man bedenkt, dass es Sommer ist).

Es ist warm. Damit komme ich gedanklich immer noch nicht so richtig zurecht. Was allerdings „warm“ in Kapstadt bedeutet ist noch lange nichts gegen das „warm“ in Mpumalanga. Eine Woche vor Weihnachten habe ich mich dorthin auf den Weg gemacht. Schon bei meiner vierstündigen Reise mit einem Shuttleservice von Johannesburg nach Nelspruit ist mir so einiges über die Klimaverschiedenheiten klar geworden. In Kapstadt bin ich fröhlich mit langer Hose und einem Hoodie losgefahren. In Mpumalanga angekommen bin ich erschöpft und mehr oder weniger geschmolzen.

Meine langen Sachen habe ich dann ganz schnell am Boden meines Koffers verstaut und für die ganze restliche Woche nicht mehr ausgepackt.

Die vorweihnachtliche Woche in Mpumalanga hat mir sehr geholfen, nicht zu viel an zu Hause und meine dort stattfindende Lieblingszeit zu denken. Es gab so viel zu sehen!

Hier sind ein paar meiner Highlights:

Elefant im Kruger National Park
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“It’s beginning to look a lot like Christmas?”

DEFINITIV NICHT! Das ist der erste Gedanke, der mir zu diesem Weihnachtslied in den Kopf kommt. Eine Weihnachtszeit in Top und Shorts fühlt sich einfach zunächst einmal nicht weihnachtlich an. Auch Weihnachtsmusik konnte eher wenig helfen. Sie hat mich eher traurig gemacht, da ich an mein Weihnachten zu Hause denken musste. Selbst der Versuch, Vanillekipferl zu backen, scheiterte an meinen zwei hungrigen Gastbrüdern :).

 

Auf den Zweiten Blick

Nach ein paar ersten, eher traurigen, Dezembertagen habe ich dann etwas genauer hingeschaut und – zu meiner eigenen Überraschung – dann doch ein paar weihnachtliche Anzeichen entdeckt. Von meiner Gastmutter habe ich beispielsweise einen Schoko-Adventskalender bekommen und dann wurde unser Haus dekoriert. Sogar ein kleiner Plastik-Tannenbaum hat seinen Platz in unserem Wohnzimmer gefunden. Die gemütliche Kälte und der Besuch eines „richtigen“ Weihnachtsmarktes haben mir aber trotz allem ein bisschen gefehlt.

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Ruhige, besinnliche Weihnachtszeit?

Knysna

Knysna

Ruhig in jedem Fall nicht. In den drei Wochen rund um Weihnachten und Neujahr war ich genau zwei Tage lang zu Hause in Kapstadt. Den Rest der Zeit habe ich an vier verschiedenen Orten verbracht. Von Mpumalanga habe ich euch schon erzählt. Auf diese erste Reise folgte ein Familienurlaub in Knysna. Zugegeben, in diesen paar Tagen in Knysna war auf jeden Fall seeeeeerhr viel Ruhe enthalten. Meine Tagesroutine bestand aus Aufstehen, Essen, Lesen, Essen, Schwimmen in der Lagune, Essen, Lesen, Essen und Schlafen. Es war genau die richtige Anzahl an Tagen, um mal richtig zu entspannen und allen Stress zu vergessen. Man könnte auch sagen, es war eine gute Vorbereitung auf die nächsten 1 ½ Wochen.

Ab gehts zum „Troop Camp“

Zu zwei Camps, um genauer zu sein. Das erste fand in Stanford statt. Direkt von Knysna kam ich also zu dem Zeltplatz, auf dem das Camp der 1st Bergvliet Pfadfindergruppe stattfinden sollte. Die Leiterinnen und Leiter, inklusive mir, reisten schon über Neujahr an, um erste Vorbereitungen für das bevorstehende Sommerlager zu treffen.

Der Campingplatz lag direkt an einem Fluss und in einer wunderschönen Landschaft. Nur war es eigentlich gar kein Campingplatz. Es handelte sich um eine Kuhwiese. Mit Kühen. Gestört haben diese jedoch nicht … und einen Wecker, brauchten wir auch nicht mehr zu stellen, da diesen Job die Damen ab 5 Uhr morgens mit ihrem Gemuhe erledigten.

Zeltplatz in Stanford

Von diesem Camp ging es für mich, noch bevor die Kinder ankamen, auch schon weiter zu dem Sommercamp meiner eigenen Pfadfindergruppe (2nd Bergvliet). Dieses fand in Hawequas, einer „Scout farm“ in Wellington (etwa eine Stunde von Kapstadt) statt. Es war (wiedermal) sehr warm, doch das ließ sich mit einem Bad im Damm oder im Fluss sehr schnell regeln. Der Fluss ist ein absolutes Highlight in Hawequas. Es gibt dort einen kleinen Wasserfall, den man sogar (wenn genug Wasser da ist) hinunterrutschen kann!

Was mir besonders am Troop Camp gefallen hat ist, dass ich einen besseren Draht zu den Leiterinnen und Leitern aus meiner Gruppe gefunden habe. Dieser hatte mir vorher ein bisschen gefehlt.

 

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Abkühlung: Damm in Hawequas
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Zum Thema „gute Vorsätze“…

Nachdem ich die Weihnachtszeit gut (und auf wundersame Weise ohne Heimweh) überstanden hatte, ist dann auch sehr schnell das neue Jahr angebrochen. Wie es so üblich ist, nimmt man sich einen Haufen guter Dinge vor, die man im nächsten Jahr umsetzen wil.

Naja, ich habe ehrlich gesagt schon gute Vorsätze seit ich hier angekommen bin. So habe ich mir beispielsweise vorgenommen, Sport zu machen.

Am liebsten wollte ich natürlich mit dem weiter machen, was ich von Deutschland gewohnt bin: Karate. So habe ich im Internet gesucht und einen Verein in meiner Nähe gefunden. Dann hatte ich zwei Möglichkeiten: E-Mail schreiben oder anrufen. Genauer gesagt hatte ich also nur eine Möglichkeit. Meine E-Mail ging noch am selben Tag raus und ich wartete gespannt auf eine Antwort. Ich warte immer noch. Dass es auch eine Telefonnummer zum Kontaktieren gibt, blende ich dabei geschickt aus!

Nach zwei Wochen des Wartens, kam dann die Idee, in der Zwischenzeit schon mal mit etwas anderem sportlichen anzufangen. Und was wäre da die naheliegende Lösung? Richtig, joggen gehen. Nur gab es da ein Problem. Aus irgendeinem Grund wollten meine Jogging-Schuhe lieber ihren Alltag in einer Kiste in unserem Keller in Deutschland verbringen, als mich nach Kapstadt zu begleiten! Also wurde die Mission „Joggen-Gehen“ erst einmal auf Eis gelegt und durch eine andere ersetzt: Mission essen.

Nein, Moment. „Sport-Schuhe-Kaufen“. Mission „Sport-Schuhe-Kaufen“. Die Tage zogen dahin und wurden zu Wochen. Und dann sogar zu Monaten. Nach einer gefühlten Ewigkeit war dann jedoch der große Tag gekommen: Erfolgreich kam ich vom Schuhgeschäft zurück, mit einem Paar wunderhübschen blau-pinken Sportschuhen. Nun konnte die „Joggen-Gehen-Mission“ also wieder aufgenommen werden. Und wieder zogen Tage und Wochen ins Land, wurden zu Monaten, und wer weiß – vielleicht werden sie auch noch zu Jahren! :)

Ich hoffe, ich konnte euch einen guten Eindruck in meine Erlebnisse hier geben und wünsche euch ein frohes neues Jahr!

PS: (für die nächsten Kapstadt Freiwilligen): Braucht jemand noch zufällig blau-pinke, brandneue Sportschuhe?

Gut Pfad!

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