Gemeinschaft unter Pfadfindenden

Erschienen am 31. Oktober 2019 in Abenteuer Pfadfinden

Franziska Gedak

Franziska Gedak

Franziska Gedak ist Mitglied im Stamm Erkelenz und verbringt als Freiwillige ein Jahr in Guayaquil in Ecuador. Dort arbeitet sie im Projekt "Hogar de Christo".

 

Mein Mitfreiwilliger Konstantin und ich sind vor gut zwei Monaten in Ecuador gelandet. Seitdem ist unglaublich viel passiert. Die Zeit ist schnell vergangen. Doch es fühlt sich so an, als wären wir schon deutlich länger hier. Die Menschen haben uns sehr nett und offen aufgenommen.

Das Projekt Hogar de Cristo ist unglaublich vielseitig und überhaupt nicht so, wie ich es erwartet habe. Vielleicht kann man sich das Ausmaß einer solchen Institution auch einfach nicht vorstellen.
In den ersten zwei Wochen habe ich verschiedene Arbeitsfelder ausprobiert: Ich war im Frauenhaus, in der Banco de Materiales, im Flüchtlingshaus und in der Pastoral, die in den Comunidades arbeitet.

Franzi bei der Arbeit in der Werkstatt.

In der Banco de Materiales werden aus gespendeten alten Möbeln oder Holzresten neue Möbel gebaut. Ich habe mich schließlich dafür entschieden, erst einmal in der Banco de Materiales zu arbeiten.
Dort bin ich die einzige Arbeiterin. Aber das macht mir nichts aus. Ich habe die Jungs schon direkt ins Herz geschlossen.
Vorher habe ich nur wenig handwerklich gearbeitet, aber ich lerne schnell dazu. Natürlich mache ich auch Fehler, aber das ist okay, denn nur so lerne ich. Wir bauen eigentlich alles: Betten, Stühle, Tische, Regale, Kommoden, Handyhalterungen, Fenster, Spiegel, Fernsehtische, um nur ein paar Dinge zu nennen, an denen ich in den ersten Wochen mitgearbeitet habe. Mir macht diese anstrengende Arbeit richtig Spaß.

Bei der Reparatur von Möbeln.

Pfadfinderinnen und Pfadfinder in Ecuador

Bisher war ich erst bei zwei sehr unterschiedlichen Gruppenstunden. Diese fanden am Wochenende statt.

Für die erste Gruppenstunde haben wir uns auf einem Friedhof getroffen. Es wurde der Tag des Lebens zelebriert. Dazu haben wir Bäume gepflanzt, Drachen steigen lassen und aufgeschrieben, was wir machen möchten, bevor wir sterben. Für mich war es etwas befremdlich, auf einem Friedhof Bewegungsspiele während der Wartezeit zu machen, oder den Gästen des Friedhofes Aufkleber zu schenken. Doch die Stimmung war grundsätzlich sehr anders, als man es von einem deutschen Friedhof kennt. Es wurde mehr das Leben gefeiert, als der Tot betrauert; die Stimmung war ausgelassen und nicht bedrückend. Das hat mich irgendwie beeindruckt.

Schaut euch einmal das Video aus Ecuador an. Es zeigt auch Franziska und Konstantin bei den Pfadfinderinnen und Pfadfindern in Guayaquil beim Bäume pflanzen.

Konstantin und ich wurden sehr herzlich in der Gruppe aufgenommen. Wir haben uns daher schon sehr auf den kommenden Sonntag gefreut, auch wenn es diesmal schon um sieben Uhr morgens losging. Wir sind zwei Stunden aus der Stadt herausgefahren, um eine ökologische Farm zu besuchen. Dort planen die Pfadfinderinnen und Pfadfinder in den nächsten Jahren verschiedene Projekte durchzuführen.

Das Beste an diesen Gruppenstunden ist diese Vertrautheit. Obwohl sich die Pfadfinderinnen und Pfadfinder hier in vielen Dingen unterscheiden, ist das Wesentliche gleich: die Gemeinschaft! Es fühlt sich für mich einfach gut an, wieder ein Teil davon zu sein.

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