Interview mit Annka Meyer über ehrenamtliches Engagement in der DPSG

Erschienen am 7. Dezember 2020 in DPSG - ganz nah

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Von Jonas Spinczyk, Jahresaktionsgruppe „Miteinander Mittendrin. Aktiv für die Gesellschaft“

Liebe Annka,

herzlichen Glückwunsch zu deiner Wahl als unsere Bundesvorsitzende auf der Bundesversammlung im Mai! Danke, dass du die Zeit für ein Interview gefunden hast. Wir sind gespannt, was du dir für dein Amt vorgenommen hast und welche Möglichkeiten und Chancen du in der Jahresaktion 2021 „Miteinander Mittendrin. Aktiv für die Gesellschaft!“ für den Verband siehst.

Was ist deiner Meinung nach die wichtigste Aufgabe einer Bundesvorsitzenden?

Ich finde es schwer, eine der Aufgaben als die wichtigste herauszustellen. Ich glaube, dass ganz viele bedeutsame Aufgaben auf mich warten. Noch wichtiger finde ich aber einen Blick darauf zu werfen, welches Ziel die Aufgaben verfolgen.  Am wichtigsten ist für mich, so vielen Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen wie möglich tolle Erfahrungen für Ihren Lebensweg und eine gute Pfadfinderzeit zu ermöglichen.

Der Bundesvorstand arbeitet hauptamtlich. Was ist der größte Unterschied zu einer ehrenamtlichen Tätigkeit in der DPSG?

Die Säulen der pfadfinderischen Bewegung sind die ehrenamtlichen Leiter*innen, die ihre Freizeit investieren, um Gruppenstunden und Lager zu planen, Gremiensitzungen abzuhalten, Häuser und Zeltplätze zu verwalten und noch so vieles mehr leisten. Ich habe das unglaubliche Glück, meine pfadfinderische Leidenschaft in Zukunft hauptamtlich – also beruflich – ausüben zu dürfen. Ich denke, die größten Unterschiede liegen in dem dauerhaft größeren Zeitaufwand und in der Verwaltungsarbeit, die sicher anfallen wird. (Natürlich sind auch andere Positionen in der DPSG mit großer Verantwortung und viel Verwaltung verbunden.) Wahrscheinlich werde ich deshalb für die Stammesarbeit in meinem eigenen Stamm nicht mehr viel Zeit aufbringen können. Die aufschlussreiche Verbindung zu Kindern und Jugendlichen möchte ich dabei aber nicht verlieren.

Welche ehrenamtlichen Tätigkeiten hattest du vorher schon in der DPSG?

Ich bin seit 10 Jahren Leiterin in meinem Heimatstamm. In dieser Zeit durfte ich alle Stufen leiten. Seit 2015 habe ich mit dem Diözesanarbeitskreis der Jungpfadfinderstufe zusammengearbeitet und zwei Jahre später bin ich Diözesanvorsitzende geworden. In dieser Zeit war ich außerdem im Verbänderat und dem Diözesanrat tätig und habe auf Bundesebene die Jahresaktion 2019 mitgestaltet.

Warum ist es so wichtig, dass sich Menschen, bei uns ja vor allem junge Menschen, ehrenamtlich engagieren?

Ohne Engagement vor Ort würde die Pfadfinderarbeit nicht funktionieren. Ich habe gerade ja schon einmal deutlich gemacht, wie wertvoll und notwendig die Arbeit der Leiter*innen deshalb für die DPSG ist. Zunächst sind das Engagement und die Motivation dazu das Wichtigste. Ich glaube, dass junge Leiter*innen einen Vorteil besitzen, weil sie der Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen sehr nah sind und sich darin auskennen. Das heißt nicht, dass ich das älteren Personen nicht zutrauen würde, aber in meiner Beobachtung fällt den jungen Leiter*innen der Zugang dazu leichter. Dies bietet tolle Anknüpfungspunkte für zeitgemäße und lebensnahe Kinder- und Jugendarbeit. Ich glaube außerdem, dass es für die jungen Leiter*innen selbst einen sehr großen Mehrwert hat.

Welchen Mehrwert kann für eine*n selbst ein Engagement in der Gesellschaft haben?

Engagement eröffnet neue Räume, in denen du als Person in der Gesellschaft neue Erfahrungen sammeln kannst, die für dich selbst und für deinen eigenen Lebensweg bedeutsam sein können. Dies kann wiederum neue Perspektiven ermöglichen. Ein Beispiel: Ohne mein Engagement bei der DPSG würden mir einige Fähigkeiten fehlen, die mir täglich in meinem bisherigen Beruf als Lehrerin zugutegekommen sind. Ich hätte niemals den Blick in einen Finanzhaushalt geworfen und wüsste sicher nicht, wie Gremiensitzungen und Versammlungen ablaufen. Dieses Wissen ermöglicht mir nun, Bundesvorsitzende zu werden. Auch wenn ich beruflich nicht in diese Richtung gehen würde, hätte ich mir trotzdem Wissen und Erfahrungen angeeignet, die ich auch in meinem persönlichen Umfeld nutzen könnte.

Wie können sich DPSGler*innen auch außerhalb des Verbandes gut engagieren?

Das hängt immer von der Persönlichkeit jedes*r Einzelnen ab. Es gibt so unendlich viele Möglichkeiten, sich gesellschaftlich zu engagieren. Ob in einem anderen Verband oder Verein, in einer Bewegung, in einem Gremium, kirchlich, politisch oder getrennt von jeglicher Institution bleibt jeder*m zum Glück selbst überlassen. Ich glaube wichtig dabei ist, sich und seinen Ansichten treu zu bleiben. Auch von anderem Engagement können wir in der DPSG profitieren, weil dies wieder neue Erfahrungen und Wissen mit sich bringt, das in der pfadfinderischen Arbeit sicher gut genutzt werden kann.

Wie motivierst du Menschen, sich ehrenamtlich zu engagieren?

Für meine eigene Motivation waren zwei Dinge grundlegend: Wertschätzung und die Arbeit so angenehm wie möglich zu gestalten. Ich versuche das auch bei anderen Personen umzusetzen. Das äußert sich dann z. B. in Aktionen für Leiter*innen oder in angenehmen Sitzungs-Settings. Aber auch ein nettes Wort kann ein gutes und ausreichendes Mittel sein. Letztendlich ist wichtig, offen auf Personen zuzugehen und mit ihnen ehrlich über die Möglichkeit des Engagements zu sprechen. Live-Einblicke können unterstützen, ein reales Bild von der Aufgabe zu erhalten. Darüber hinaus können aber anderen Menschen andere Dinge in ihrem Engagement wichtig sein. Da helfen die Nachfrage und das Interesse an der Person.

Auf was freust du dich am meisten in den nächsten drei Jahren?

Auch da gibt es nicht den einen Superlativ. Ich freue mich auf nette Begegnungen mit Bekannten und noch Unbekannten, tolle Veranstaltungen wie die anstehenden Bundesstufenunternehmen, intensive und zielführende Diskussionen, neues Wissen und auf so vieles mehr….

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